Curriculum

Der Weiterbildungsmaster Psychologie mit Schwerpunkt Forensische Psychologie setzt sich aus vier Modulen sowie einer Masterarbeit zusammen.

Modul 1: Psychopathologie und forensische Diagnostik

In dem Modul werden vertiefende Kenntnisse im Erkennen und Benennen psychopathologischer Symptome vermittelt. Inhalte umfassen u.a. die korrekte Einordnung psychopathologischer Symptome bei der Diagnosestellung sowie Relevanz und das Vorgehen einer psychopharmakologischen Behandlung. Der Schwerpunkt liegt auf Störungen des Erwachsenenalters, aber auch ausgewählte Störungen des Kindes- und Jugendalters werden thematisiert. Im Modul werden für Gefängnispopulationen typische psychiatrische Störungsbilder, psychiatrische Notfälle, Besonderheiten der psychopharmakologischen Behandlung in Abgrenzung zur Allgemeinpsychiatrie diskutiert.

Modul 2: Risk-Assessment und Bedrohungsmanagement

In dem Modul werden grundlegende Konzepte für die Beurteilung des Rückfallrisikos bei Gewalt- und Sexualstraftätern vorgestellt. Vor- und Nachteile von verschiedenen Herangehensweisen werden gegenübergestellt und die Anwendung von verschiedenen Risk-Assessment Instrumenten anhand konkreter Fälle praktisch geübt. Besonderer Schwerpunkt bildet die Validität von Risikobeurteilungen allgemein sowie Risk-Assessment Instrumenten im Besonderen. Weiter behandelt das Seminar Strategien im Management von Bedrohungssituationen und Krisen.

Modul 3: Strafrechtsgutachten und aussagepsychologische Gutachten

Im Zuge zweier Seminare werden Prinzipien bei der Erstellung von Gutachten vermittelt. Die Seminare behandeln dabei die Prognose- und Schuldfähigkeitsgutachten im Rahmen von Strafverfahren als auch aussagepsychologische Gutachten über die Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen. So wird im ersten Seminar für Strafrechtsgutachten die Rolle des Sachverständigen vorgestellt und das konkrete Vorgehen bei der Beantwortung der Fragen nach dem Rückfallrisiko und der Schuldfähigkeit vermittelt. Im zweiten Seminar werden aussagepsychologische Grundlagen erarbeitet und vertieft sowie Kenntnisse über spezielle Probleme der Glaubhaftigkeitsbegutachtung bei Aussagen von Kindern, Aussage-gegen-Aussage-Konstellationen und bei Angaben über traumatische Ereignisse vermittelt. Des Weiteren werden im Seminar methodenkritische Stellungnahmen thematisiert.

Modul 4: Deliktpräventive Therapien

Die Studierenden lernen schulenübergreifend Prinzipien von deliktpräventiven Interventionen bei Straftätern kennen. Es wird ein Einblick in verschiedene Basistechniken der Behandlungsmodule gegeben und auf deliktrelevante Themenbereiche vertiefend eingegangen. Neben den Basistechniken werden weiterführende spezifische Interventionsformen bei umschriebener Indikation praxisnah vermittelt (z.B. Persönlichkeitsstörungen, Schizophrenien, Paraphilien, Sucht).