Dr. Anne Koopann, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI), Mannheim


78% aller Borderline - Patienten leiden komorbid  an einer Abhängigkeitserkrankung, vorwiegend von dämpfend wirkenden Substanzen wie Alkohol, Cannabis oder Benzodiazepinen. Der Konsum dieser Substanzen wird initial oft eingesetzt, um mit einem der Kernsymptome der Borderline Störung, der inneren Anspannung, besser zurechtzukommen. Im Verlauf kommt es häufig zu Kontrollverlust, Toleranz- und Abhängigkeitsentwicklung.

Mit der von Marsha Linehan entwickelten Dialektisch Behavioralen Therapie steht ein gut evaluiertes spezifisches Psychotherapieprogramm zur Behandlung der Borderline Persönlichkeitsstörung zur Verfügung. Es hat sich allerdings gezeigt, dass dieses für Patienten mit einer komorbiden Abhängigkeitserkrankung nur bedingt geeignet ist, da es nicht spezifisch auf die mit dem Substanzkonsum verbundenen Probleme eingeht. Daher wurde in den letzten Jahren die DBT Sucht entwickelt, in der Therapieelemente der klassischen DBT und der verhaltenstherapeutischen Suchttherapie integriert sind.

Im Rahmen dieses Vortrags soll ein Überblick über den Ablauf und die Therapieelemente einer solchen  Therapie gegeben werden. Außerdem werden Ergebnisse klinischer Studien zur Effektivität der DBT Sucht in verschiedenen Behandlungskontexten vorgestellt.